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Radweg Neckargemünd Heidelberg photo schindelbeck
Photo: Schindelbeck Fotografie

Eigentlich eine gute Sache, der Verkehrsversuch, mit der großzügigen Absperrung eines Radwegs zwischen Neckargemünd und Heidelberg-Schlierbach. Die Kosten sind aus dem Ruder gelaufen - wie praktisch bei jedem öffentlichen Projekt: bei der Eröffnung des Radwegs hatten die sich zu den zuvor Kommunizierten auf einmal verdoppelt. Vielleicht hätte man etwas Geld sparen können, wenn man sich einfach den Drahtverhau über den Betonplanken gespart hätte. Scheint mir eher unnötig und verstärkt den Zonengrenzencharme des Bauwerks noch einmal unnötig. Zur Akzeptanz hätte eine etwas gefälligere Gestaltung sicher beigetragen. So sieht das an sich erfreuliche Bauwerk schlicht brutal und hässlich aus. Vielleicht würde der Blick auf fröhliche Radfahrer den einen oder anderen Autofahrer sogar zum Umstieg bewegen...

Norbert Lammert, Bundestagspräsident, hat in der Neuen Osnabrücker Zeitung die Bürger dazu aufgerufen, Neuem gegenüber offen zu sein. Die deutsche Gesellschaft sei sehr auf die Erhaltung des gegenwärtigen Status bedacht: "Den aktuell sehr hohen Lebensstandard bei uns können wir aber ganz sicher nicht unter Denkmalschutz stellen."

Solche Politikersprüche aus, vom Steuerzahler mit einer üppigen fünfstelligen Summe pro Monat bedachten Mund, die braucht der gemeine Bürger. Vor allem diejenigen, die das Pech haben, zu dieser Kaste zu gehören: Die Armutsquote stieg zwischen 2012 und 2013 um einen halben Prozentpunkt auf 15,5 Prozent. 12,5 Millionen Menschen, 400.000 mehr als noch 2012, leben unter der Armutsschwelle von 60 Prozent des mittleren Einkommens. (Stand Anfang 2015)