...nur kurz.

Gleich am Sonntag abend habe ich bei meinem Zweit-Lieblingssender (nach dem bermudafunk, natürlich) Deutschlandfunk das Podcast der Sendung "Das Sportgespräch" zur Frauen-WM heruntergeladen. Interessantes war dort zu hören:

Sportgespräch DLF 17.07.2011*

Pech für die Kollegen, dass Fussball eben doch erst nach dem allerletzten Schlusspfiff zu Ende ist und wagemutige Ergebnisvorwegnahme manchmal in die Sackgasse führt.

Ein kleines, feines Indiz  zudem dafür, dass Frauenfußball auch medial eher als B-Ware gehandelt wird - man stelle sich diesen Fauxpas einmal bei einer richtigen - sprich - Männer-Fußballweltmeisterschaft vor...

Theo war natürlich von Anfang an klar, wer Weltmeister wird...

*Das war der Beginn des Podcasts der Originalsendung von Sonntag. Mittlerweile - Audio-Editing sei Dank - ist auch beim DLF Japan Weltmeister geworden 🙂

[Edit] Vieles muss ich zurĂŒck nehmen, denn wenn Meister die Instrumente in die Hand nehmen... [Ende Edit]

Vuvuzela Terror-Tröte
height="300" Vuvuzela Terror-Tröte

Wahrscheinlich wird jeder halbwegs aufgeweckte Blogger die Gunst der Stunde nutzen, um mit einem mehr oder minder interessanten Beitrag am aktuell "insten" aller In-Themen zu partizipieren. Da kann der  Heidelberg-Blogger auch die Klappe nicht halten.

NatĂŒrlich nervt das Dauergetöse und in der Tat vergeht einem der Spaß an FußballĂŒbetragungen, wenn kein kollektives Stöhnen bei vergebenen Chancen oder Massengejubel beim Ball im Netz das Spielgeschehen auch fĂŒr Flaneure in den Straßen  zum Erlebnis macht. Wie so oft weiß man manche Dinge erst zu schĂ€tzen, wenn sie plötzlich nicht mehr da sind: Ohne akustische Stadionstimmung ist der Spaß nur noch halb so groß. Bestenfalls.

SelbstverstĂ€ndlich ist es nicht rassistisch, wenn man das gleichmachende Getöse eben nicht als kulturelle Eigenheit der sĂŒdafrikanischen Gastgeber demĂŒtig und kommentarlos ertrĂ€gt, sondern einfach als das bezeichnet, was es ist: NervensĂ€gende Dauerbeschallung. Langweilig, laut und doof. Wenn ich so etwas haben will, dann stelle ich mich Samstagsmittags in den Garten und lausche der Kakophonie der umgebenden RasenmĂ€her-Attacken.

In einer Zeit, in der wir uns aufmachen zum Mars zu fliegen, sollten unsere Fernseh- und Radiosender (hoffentlich noch rechtzeitig) in der Lage sein, das gleichtönige GerĂ€usch heraus zu filtern. Vielleicht könnte man stattdessen den Ton von irgendwelchen Public-Viewing PlĂ€tzen einspielen,  synthetisch erzeugen oder geschickt aus den grĂ¶ĂŸten Spielen der Verangenheit herausschneiden und wiederverwerten.^

[Edit: Beim Spiel England - USA scheint sich schon etwas getan zu haben? Wurden Vuvuzelas zerschlagen? Ein wirksamer Filter eingesetzt? Jedenfalls hört man in diesem Spiel ĂŒber dem Dauergesurre auch noch gelegentlich die Zuschauer. Vermutlich sind's  die englischen Fans, die sich akustisch behaupten...]

Interessant in diesem Zusammenhang ĂŒbrigens ein Beitrag, den ich vor einigen Tagen im Radio erlauschte. Da ging es in einem Feature um Fußball in SĂŒdafrika und um verfeindete Fans zweier Fußballvereine, die sich vor Jahren noch bekriegten und die erst in einem ausgesprochen langen Prozess eine AnnĂ€herung gefunden haben. Die geht mittlerweile soweit, dass ein friedliches Miteinander, gemischt auf den RĂ€ngen und ĂŒbers Stadium hinaus möglich geworden ist. Und unter diesem Aspekt, spielt vielleicht auch der gleichmacherisch emotionsarme Soundteppich eine heilsame Rolle. Wo alle ins gleiche Horn stoßen, gibt es eben auch wenig Raum fĂŒr Aggression und Gewalt. Die einen sind nach 90 Minuten Dauerblasen außer Puste und die anderen vom akustischen Terror so geplĂ€ttet, dass sie nur noch betĂ€ubt nach Hause wanken...

PS: NatĂŒrlich gibt es schon die obligatorische Facebook Hassgruppe und der Tröten-Anbieter (made in Germany), weist hastig auf der Website darauf hin, dass seine Vuvuzela aus drei Teilen besteht (zerbricht bei Nutzung als Schlaginstrument!) und nur  mit 125, 5 dB lĂ€rmt (im Gegensatz zum Modell aus SĂŒdafrika, das 138,5 erreicht. Der TÜV Rheinland bestĂ€tigt eine "gefĂŒhlte Halbierung der LautstĂ€rke"...).

Pfiffige Schweizer haben ĂŒbrigens das Modell Alphorn-Vuvuzela auf den Markt gebracht. Sie bestĂ€tigen ihrem PlastikgerĂ€uscherzeuger "Swissness pur", was aber kaum darĂŒber hinweg tĂ€uschen kann, dass wir es hier mit einem arg geschrumpften Alphorn zu tun haben, das zudem  nur mit knapp ĂŒber 100 dB aufwarten kann und das auch nur "mit etwas Geschick". DafĂŒr  auch hier: Sollbruchstellen! Offensichtlich scheinen Vuvuzela-Anbieter ihr Klientel tatsĂ€chlich fĂŒr latente SchlĂ€ger zu halten?!

Die Website vuvuzela.org sammelt fleißig Online-Unterschriften unter dem Motto "Gegen Vuvuzela - Pro Stimmung!" und mittlerweile gibt es VorschlĂ€ge, die nĂ€chste WM in Peru zu veranstalten, um von tausenden Panflöten eingelullt zu werden. Die Besucher sĂŒddeutscher FußgĂ€ngerzonen werden sich wie zuhause fĂŒhlen.

Sprachlich-fĂ€kal, kurz und bĂŒndig der Kommentar des Lindwurms: "Scheiß Vuvuzela"

UnglĂŒcklich dĂŒrften deutsche Vuvuzela-Fans bei den meisten Public-Viewing Veranstaltungen sein, denn da sind Vuvuzelas in der Regel verboten. Schließlich warnen Ärzte vor HörschĂ€den durch die Plastik-Teilchen. Falls die Trommelfelle tatsĂ€chlich in Mitleidenschaft gezogen wurden zahlt die Unfall-Versicherung - weiß die Rheinpfalz.

Der Dwarslöper gibt den Eigenbautipp zur niedersĂ€schsischen Variante der Vuvuzela. DĂŒnesieben meint - politically korrekt - "es ist halt SĂŒdafrika und die haben nun mal die Vuvuzela" und garniert das mit einem zitierten O-Ton aus einem sĂŒdafrikanischen Stadion "Tell the Germans to relax and enjoy!" - nun denn.

Und klar, natĂŒrlich gibt es auf der dunklen Seite der Computer-Macht, also drĂŒben bei Steve Jobs, eine App fĂŒrs Ei-Phone...

Spiegel Online befasst sich mit dem Thema: "Fernsehmacher verzweifeln am Stadion-Tinnitus", konstatiert  "Zuschauerwut" und dokumentiert die Hilflosigkeit der Sender dem Dauergesumme mit technischen Mitteln Herr zu werden.

Und siehe da, die Techpoeten prÀsentieren den hausgemachten Vuvuzela-Filter!

Klar, die Jecken von der TAZ hingegen tröten: "Vuvuzela, ich liebe dich" - Opposition um der Opposition Willen schimmert da durch die Zeilen, das brauchen sie gelegentlich beim, ansonsten grundsympathischen, BlÀttchen aus Berlin.

SelbstverstÀndlich gibt's auch bei Youtube Infos zur Vuvuzela:

[youtube SrYb9qtO8OQ]

...und wer spricht noch von Lena, jetzt, wo es das Vuvugirl gibt?

[youtube p4cDdJ67aNk]