Zeppelin am Bodensee - Foto: Frank Schindelbeck

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Am Bodensee fährt tagtäglich ein Zeppelin-Nachfahre durch die Lüfte.

Dort, in Friedrichshafen wurden diese wunderbaren Luftschiffe erfunden. Leider ist das aktuelle Zeppelin NT eigentlich kein echter Zeppelin mehr sondern eine Mischung von Blimp und Zeppelin. Die Echten haben im Inneren der Hülle ein Skelett, das diese in Form hält, bei Blimps handelt es sich eher um speziell geformte Ballons ohne diese starre Innenkonstruktion. Die NT Modelle sind "halbstarr", weil zwar eine Innenkonstruktion vorhanden ist, diese aber nur gewisse Stabilitätsaufgaben für den Halt von Motor und Gondel erfüllt und nicht mehr der Formgebung des Fluggerätes dient.

Die Hindenburg im Anflug auf Lakehurst

Die größten Zeppeline waren mit rund 250 Metern wahre Giganten am Himmel (das aktuelle Modell NT wirkt dagegen fast schon winzig, mit seinen knapp über 70 Metern  - das ist auch in etwa die Größe eines Airbus 380...) und als die ersten Luftschiffe Anfang des 20. Jahrhunderts am Himmel erschienen, waren sie eine Sensation wo immer sie sich sehen ließen.  Allerdings eine einigermaßen gefährliche, denn die silbernen Luftzigarren waren allesamt mit hochexplosivem Wasserstoff gefüllt. Mit der Katastrophe der Hindenburg in Lakehurst endete denn auch die klassische Zeppelingeschichte.



Das Hindenburg Unglück,  Lakehurst


Ein vorheriges Unglück beförderte hingegen sogar die Entwicklung: Als 1908 ein Luftschiff bei Stuttgart in Flammen aufging, sammelten die Zeugen dieses Unglücks spontan Geld und diese Aktion entwickelte sich rasch zu einer  Volksammlung im Deutschen Reich, die über 6 Millionen Reichsmark erbrachte und die weitere Luftschiffentwicklung ermöglichte. Bis Ende der 30er Jahre erreichte die Luftschiffahrt mit Zeppelinen ihren Höhepunkt mit Weltumrundungen und regelmäßigem Linienverkehr in die USA in durchaus luxuriösem Umfeld und zu Preisen, die heutigen Business Class Tickets entsprachen.

Auch  Rundflüge mit dem aktuellen Zeppelin NT sind nicht unbedingt ein Vernügen für die Mittelklasse-Familie (vielleicht sollten diese sich eher selbst mit dem Flugradbau beschäftigen, wie der Ikarus vom Lautertal / Buch und CD seien an dieser Stelle einmal wieder und ausdrücklich empfohlen...): pro Nase werden für den Kurzflug von 30 Minuten  200 Euro fällig. Weitaus günstiger und sehr empfehlenswert ist ein Besuch des schnieken Zeppelinmuseums in Friedrichshafen.