Update 3.6.2017

Irgendwann funktionierte das Telefon, ohne weitere Informationen. Mal schauen, wie lange...

Update 1.6.2017 
Vorgestern wurde einer der üblichen Termine vereinbart, inklusive der üblichen Abfrage und Ansage (leider nur telefonisch), dass ein Techniker zwischen 8 und 12 Uhr vor Ort erwartet werden solle.

Bis 13 Uhr war niemand da. Keine Absage, keine Ansage, rein gar nichts passiert - natürlich funktioniert der Telefonanschluss nach wie vor nicht. Immerhin: das Internet läuft (außer dem kurzen Ausfall, vorgestern Vormittag). Wir sind diesmal nicht die einzigen Betroffenen, in der Nachbarschaft gibt es ebenfalls Telefonausfälle. Wahrscheinlich hat der "Techniker" schon einmal vorsorglich auf IP umgestellt und die veralteten ISDN-Anschlüsse vorsorglich gekappt...

Aktuell, 13 Uhr
Nach neuester Meldung hat die Telekom in Neckarsteinach ein größeres Chaos eingerichtet - viele Telefonanschlüsse funktionieren nicht, bei anderen klappt es mit den Entertain-Anschlüssen nicht mehr. Beim Versuch den Nachbarn im übernächsten Haus anzurufen landet man bei jemand anderem...

Telekom-Fun vom Allerfeinsten.


Ich bin ja seit rund einem Vierteljahrhundert an meinem Standort in Neckarsteinach Kunde der Telekom und das recht zufrieden. Ein bisschen teurer, dafür aber schneller und kompetenter Service, bei kleineren Problemchen, die selten auftraten.

Zufrieden bis Ende April dieses Jahres. Im Zuge der Ausbauarbeiten für ein schnelles Internet in Neckarsteinach begann der Spaß. In der ganzen Stadt und auch in unserer Straße reißt die Telekom - halt: irgendein von der Telekom beauftragtes Unternehmen - die Straßen und Gehwege auf und verlegt neue Leitungen. In diesem Fall sind die Arbeiter zwar der deutschen Sprache nicht mächtig, aber für eine "Internet kaputt", begleitet von einer Art Lächeln reicht es dann doch. Also irgendetwas haben sie wohl beschädigt, an die Telekom geht die Info von denen natürlich nicht raus, die Störungsmeldung darf man selber weiter geben.

Die Kommunikation mit der Telekom ist letztlich eine Katastrophe. Warteschleifen bis 30 Minuten, in der Regel freundliche, manchmal sogar scheinbar kompetente Mitarbeiter, aber hilfreich sind sie nur insofern, dass nach Tagen irgendwann Techniker auftauchen. Für die Termine wird abgefragt, ob jemand zwischen 8-12 zuhause ist. In einem Fall kam überhaupt kein Techniker zum vereinbarten Termin, in einem anderen Fall war angeblich einer da, hielt es aber nicht für nötig, sich zu melden - wie es übrigens auch per SMS angekündigt wird. Die Geschichte der Warteschleifen, der Versuche bis zum PTI (Produktion Technische Infrastruktur: Die Tiefbauabteilung der Deutschen Telekom AG) durchzukommen - unmöglich. Die kommunizieren nur auf ganz reduzierten Kanälen mit den anderen Abteilungen der Telekom - angeblich.

Manche Gespräche bleiben in Erinnerung, wie die mit Herrn K., dessen Job wohl eine Art Vorhölle sein muss, weil bei ihm ständig nur die Beschwerden auflaufen. Er war jedenfalls nach eigener Aussage glücklich, dass ich ihn nicht anpöbelte.

Im März 2017 gab es drei Anläufe mit insgesamt 10 Tagen Totalausfall von Internet und Telefon bis - oh Wunder - die Versorgung wieder funktionierte.

Bis zum 30. Mai.

Morgens schon ein ungutes Gefühl: der Verteilerkasten der Telekom, einige Meter weiter gelegen, steht offen - es wird wieder mal an den Leitungen "experimentiert". Im Laufe des Vormittags erst das Internet tot, dann der Telefonanschluss, dann funktioniert - wie lange? - erfahrungsgemäß nicht mehr allzu lange - das Internet wieder, Telefon bleibt tot.

Wieder Warteschlange, wieder Technikertermin erst für den übernächsten Tag vereinbar. Fragen wie "könnte man den Techniker, der offensichtlich mit leichter Hand den Anschluss lahmlegte" noch erreichen, vielleicht ist er ja noch in der Nähe, schließlich ist Neckarsteinach für die Telekom offensichtlich ein Krisengebiet... - wird routiniert abgebügelt. Um Himmelswillen - was für ein kreativer Ansatz.

Immerhin: die Telekom schickt seit neuestem Vertreter mit - von diesen offensichtlich selbst gedruckten - Visitenkarten durch die Straße. Die sollen endlich das neue, schnelle Internet an die Kunden bringen. Ziemlich aufdringlich übrigens und mit Haha-Argument, dass er dann ja auch ein persönlicher Ansprechpartner sei...

Ich wäre mittlerweile allerdings glücklich, wenn das alte einfach nur problemlos weiter gelaufen wäre.

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Angepeilt ist Mai 2017, bis dahin soll in Neckarsteinach und Hirschhorn Internet über Glasfaser bis zu einer Geschwindigkeit von 50 MBit pro Sekunde verfügbar sein. Die Ausschreibung für die Breitbandversorgung wurde von der Deutschen Telekom gewonnen, die Kosten für die Investition liegen bei knapp einer Million Euro in Neckarsteinach, rund die Hälfte dieser Kosten übernimmt das Land Hessen.

Erfahrungsgemäß verlief der Ausbau der Netzkapazitäten in den vergangen Jahren schleppend, sodass in den peripheren Gebieten das Glück oder die Gnade der Telekom von Hausnummer zu Hausnummer darüber entschied, wer im Schneckentempo vor sich hinsurfte oder immerhin in den Genuss der theoretisch maximalen Geschwindigkeit eines 16 MBit Vertrages kam.

Wenn seitens der Bürgermeister Freude darüber geäußert wird, dass der Wert der Grundstücke steigen werde, dann ist das für die betroffenen Grundstückseigentümer nicht unbedingt ein reiner Grund zur Freude. Zeigte sich doch erst kürzlich mit der - freundlich formuliert - außergewöhnlichen Anhebung der Grundsteuer auf sagenhafte 700 Prozent, dass die Stadt Neckarsteinach bereit ist, die Bürger bis an oder über die Schmerzgrenze hinaus finanziell zu belasten. Das Argument "dafür ist der Wert Grundstücke gestiegen" kommt zur nächsten Erhöhung dann zur rechten Zeit...