Als Ergänzung zum vorherigen Beitrag mit Fotos, hier noch eine Ergänzung mit bewegten Bildern. Etwas wacklig, aus der Hand mit dem Smartphone aufgenommen. Die Musik des Clips stammt vom Trio Ditzner Twintett.

Felsenpfad Dahn / Foto: Schindelbeck

Wer sich die Beschreibung der Wanderung "Dahner Felsenpfad" anschaut, der staunt erst einmal: voraussichtlich fünf Stunden Wanderzeit, für gerade einmal knapp über 12 Kilometer Strecke? Wanderer, die gern einen Schnitt von 5km pro Stunde ansetzen, die schätzen vorab die Hälfte der Zeit. Sie haben aber die Rechnung ohne das stetige Auf- und Ab auf teilweise, eben tatsächlich, Pfaden, statt Wegen gemacht.

Und es ist ganz unproblematisch, noch eine Stunde allein fürs Bestaunen der durch Erosion entstandenen Felsformationen liegen zu lassen. Nicht zu vergessen die Pause in der Dahner Hütte, des Pfälzerwald-Vereins - dort gibt es zudem ein erfreuliches Aha-Erlebnis, wenn das Hefeweizen ziemlich genau für die Hälfte des Preises, im Vergleich zu den nicht weit entfernten Städten Mannheim und Heidelberg, den Durst löscht und den Rest der Wanderung beschwingt.

Eine App-Empfehlung fürs Smartphone in diesem Zusammenhang: Outdooractive. Nichts gegen die guten alten Wanderkarten, aber wie in Autos die Navigationsgeräte Karten abgelöst haben, ist das Smartphone auf Wanderungen mittlerweile "state-of-the-art" im Wald. Auf einem annähernd perfekt ausgeschildertem Wanderweg, wie in Dahn, ist das Finden des Wegs zwar kein Problem, aber die Zusatzinformationen, die Statistik und - in der Vorbereitung - das Laden der Karte aufs Gerät sind schlicht praktisch. Rund zehn Euro für die Vollversion sind, allein für die Option des vorherige Herunterladens der Karte, ausgeprochen gut angelegtes Geld für regelmäßige Wanderer.

 

Heute Morgen etwas gewundert. Beim sensiblen Thema der Abschiebung von Afghanen war beim Deutschlandfunkt von "Sammel-Abschiebungen" die Rede. Vor einigen Tagen, als die ersten etwas "größeren" Abschiebungen stattfanden, war beim gleichen Sender noch von "Massenabschiebungen" die Rede (beides in der Morgensendung zwischen 8 Uhr und 8 Uhr 30).

Letzteres war natürlich grotesk übertrieben, weil es um eine Zahl von - wenn ich mich recht erinnere - unter 40 Personen ging. Man muss nicht mit dem Begriff der "Lügenpresse" daher kommen (die gibt's tatsächlich, vor allem aus der rechten Ecke, Russia Today etc.) aber "Manipulationspresse" trifft es leider schon.
Berichterstattung im Sinne von "wir interpretieren uns die Welt, wie sie uns gefällt". Es ist ein Gift für ehrliche gesellschaftliche Kommunikation, wenn die - immer noch glaubwürdigste - öffentlich-rechtliche Presse sich mit ihren Sujets derart gemein macht, dass die Berichterstattung für halbwegs aufgeklärte und informative Hörer oder Leser als Halblüge daher kommt.